5. Wie klingt Religion? (Alte Projekte revisited!)

Da es in diesen Blog auch so wunderbar hineinpasst, möchte ich in den kommenden Wochen ein weiteres Projekt vorstellen und in diesen Blog integrieren.

„Wie klingt Religion?“ war ein Ausstellungsprojekt das ich auch in der Übung „Praktische Religionswissenschaft“ mit einigen hoch motivierten Studentinnen realisieren konnte. Dank der „Freunde und Förderer“ der Goethe Universität hatten wir dann auch die Gelegenheit unsere Ausstellung im Mai 2011 im IG Farbenhochhaus der Goethe-Universität Frankfurt für eine Woche zu präsentieren.

Aus zeitlichen und finanziellen Gründen konnten wir die Ausstellung aber leider nur eine Woche zugänglich machen. Seit damals liegt sie eingepackt in einigen Kisten und wartet auf eine Anschlussverwendung. Durch diesen Blog habe ich jetzt endlich die Möglichkeit das Projekt in eine virtuelle Dauerausstellung zu transformieren. Aber noch mal von Beginn an um was es eigentlich geht:

Im Wintersemester 2010/11 kamen unter meiner Leitung 8 Studentinnen des Studienganges Vergleichende Religionswissenschaft zusammen, um im Rahmen der Übung des Moduls „Angewandte Religionswissenschaft“ eine religionswissenschaftliche Ausstellung zu konzipieren und zu realisieren.

Der Trend, eine anwendungsbezogene Dimension innerhalb der Religionswissenschaft fruchtbar zu machen hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Der von Udo Tworuschka eingeführte Begriff der „Praktischen Religionswissenschaft“ beschreibt ein Modell „…entgrenzter, inter- bzw. transdisziplinärer Religionswissenschaft, die sich religionskritisch, kommunikativ, gesellschaftlich- politisch engagiert, handlungsorientierend und vermittelnd versteht.“

Mit dem Interesse der Studierenden an Klangelementen in den verschiedenen Religionen, entstand dann im Laufe des Semesters das Konzept für die Ausstellung.

In dieser wurde ein Korpus aus auditivem Material aus den Lebenswelten dreier religiöser Gemeinschaften in Frankfurt, der jüdischen Westendgemeinde, der katholischen Liebfrauengemeinde und der Höchster Sikhgemeinde präsentiert. Dabei stand das Hören im Gegensatz zum Sehen als besondere Wahrnehmungsebene der Umwelt im Vordergrund.

Wir wollten die Mehrschichtigkeit menschlicher Sinneswahrnehmung hervorheben und gleichzeitig eine Sensibilisierung für die Präsenz und Performanz von Religionen im Alltag auf klanglicher Ebene erreichen. Das Publikum sollte auf die Bedeutung von hörbarer Alltagsreligiosität aufmerksam gemacht und zu Reflexion angeregt werden. Mit dem Korpus der Ausstellung konnten wir dann auch die Zugänglichkeit von Religionen in Frankfurt illustrieren und die Vielfalt religiöser Gruppen betonen.

Neben der Erfassung der Klangdimensionen in den von uns präsentierten Religionen gehörte es außerdem zu den Aufgaben der Studenten, mit den hiesigen Religionsgemeinschaften einen Kontakt aufzubauen um eigene Klangaufnahmen von alltäglichen religiösen Ereignissen aufnehmen zu können. Es mussten Plakate, Infotafeln entworfen und nicht zuletzt die Ausstellung in der Präsentationsphase begleitet werden. Alle diese Aufgaben waren mit großem Engagement verbunden, das über das normale Maß einer Übung hinaus ging.

Obwohl es schon einige Zeit zurück liegt, hier noch einmal meinen Dank an die Studentinnen, ohne die dieses Projekt nicht möglich geworden wäre!

Hier in kürze mehr und erste Einblicke in dieses zweite Projekt!Bild

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